Zero Waste Einkauf

Vielleicht hast du Glück und wohnst in der Nähe eines Unverpacktladens. Dann ist der verpackungsarme Einkauf easy:

  1. Einkaufszettel schreiben
  2. Entsprechende Behältnisse (Gläser, Dosen, Taschen) raussuchen
    Eine Checkliste findest du hier http://wastelandrebel.com/de/checkliste-fuer-den-zero-waste-einkauf/
  3. Zum Laden radeln, gehen oder öffeln
    Ich persönlich finde, dass sich für einen Großeinkauf auch mal das Auto lohnt, wenn du dafür nur alle paar Wochen zum Unverpacktladen fährst und an anderer Stelle große Mengen Verpackungsmaterial einsparen kannst.
  4. Einkaufen

Leider hat noch nicht jede*r einen Unverpacktladen um die Ecke. Eine Frage, die mir Menschen deshabt häufig stellen, ist:

„Funktioniert Zero Waste auch ohne einen Unverpacktladen?“

Meine Antwort darauf ist ein deutliches: Jain. Denn: Einige Produkte gibt es selbstverständlich auch unverpackt in konventionellen Supermärkten – andere eben nicht.

Obst  und Gemüse: Wer Wert auf Bio legt, findet im Bio-Laden und auf Wochenmärkten die meisten saisonalen Obst und Gemüsesorten unverpackt.

Im konventionellen Supermarkt oder Discounter sind gerade die Bio-Produkte oft extra verpackt. Der Grund dafür ist übrigens folgender: Im konventionellem Anbau dürfen Pestizide und chemische Pflanzenschutzmittel verwendet werden. Absolut tabu ist der Einsatz von Pestiziden in der ökologischen Landwirtschaft.Da die Bio-Produkte im Discounter vom Bio-Bauern stammen, die jene Schutzmittel nicht verwenden, muss ihr Ertrag vor Kontakt mit gespritzten Lebensmitteln geschützt werden. Für mich klingt das nachvollziehbar – und etwas schräg. Ich selbst gehe am liebsten einfach im Bioladen oder auf dem Markt einkaufen. Die Produkte lege ich entweder lose aufs Band oder transportiere kleinere Sorte wie Champions oder Rosenkohl in waschbaren, leichten Einkaufsnetzen.

Zurück zur Ausgangsfrage: Wie einfach funktioniert das verpackungs- und plastikarme Einkaufen ohne Unverpackt Laden abgesehen von Obst und Gemüse?

Kreativität und Geduld

Es braucht auf jeden Fall ein wenig mehr Kreativität, Biss und Geduld als einfach einen Ausflug in den Unverpackt Laden unternehmen zu können. Doch es ist möglich.

Süßigkeiten zum Beispiel bekommt man super unverpackt, zum Beispiel am Kiosk, auf Jahrmärkten oder bei Hussel.

Haferflocken, Zucker, Mehl und einige Nudelsorten gibt es in Papier oder Pappe verpackt, was eine bessere Alternative zu Plastik ist.

Kuhmilch und Joghurt gibt es in Pfandgläsern.

Auch gekochte Produkte aus Gläsern können gelegentlich eine Alternative sein. Hierbei solltest du dir allerdings bewusst machen, dass das Glas zwar eine ziemlich gute Recyclingquote hat, der Prozess jedoch sehr Energie und damit Ressourcenintensiv ist. Ich versuche deshalb, möglichst selten Produkte in Einweggläsern zu kaufen oder die Gläser z.B. zum Einkochen weiterzuverwenden.

Bei Wurst und Käse ist man auf das Wohlwollen der Thekenmitarbeiter*innen angewiesen und darauf, ob sie die Grauzone betreten möchten, die mitgebrachte Brotdose mit Aufschnitt zu füllen. Offiziell ist das nicht verboten, aber eben auch nicht ausdrücklich erlaubt. Verkäufer*innen sind dazu verpflichtet, die Ware vor äußeren Einflüssen zu schützen und sie in bestmöglichem Zustand zu verkaufen.

Ein weiterer guter Tipp sind ethnische Supermärkte. Dort gibt es häufig Trockenprodukte wie Reis, Nüsse und Linsen in großen Säcken und wenn du nett fragst, darfst du dir was in das eigene Behältnis umfüllen.

Mit ein wenig Glück und etwas Suchen, findest du sogar Tofu und Antipasti, das hinter Theken verkauft und somit potentiell unverpackt gekauft werden kann.

Schwierig und nicht unmöglich

Bei vielen übrigen Produkten wird es dann schon wieder schwieriger, sie ohne Unverpacktladen in der Nähe abfall- und plastikfrei zu kaufen. Trotzdem ist es nicht unmöglich.

Möglichkeit Nummer eins, wenn ein Unverpackt Laden nur nicht in direkter Nähe ist, ist: weniger häufig Einkaufen fahren.

Ich kaufe für mich beispielsweise nur alle 6 bis 8 Wochen trockene Produkte ein, indem ich meine Lagerhaltung optimiert habe, Einkaufszettel schreibe und zum Ende dieser Zeit hin auch einfach mal etwas kreativer werde, wenn beispielsweise Bohnen alle sind, aber das Glas mit Linsen noch halb voll.

Möglichkeit Nummer zwei, um auf Umverpackungen zu verzichten bietet sich vor allem an, wenn du entweder regelmäßig für sehr viele Menschen kochst oder du mit Menschen in deiner Nähe connected bist, die vor ähnlichen Verpackungsherausforderungen stehen wie du. Du kannst allein oder zusammen mit deinen Mitstreiter*innen viele Produkte direkt beim Hersteller in Großgebinden, die oft in Papiersäcken kommen, bestellen.

Dir fehlt doch noch was?

Wenn du nach all diesen Tipps immer noch bestimme Produkte nicht kaufen konntest, die du vielleicht aktuell noch regelmäßig nutzt, frag dich mal: Was sind das für Produkte? Brauche ich sie wirklich? Bei mir waren es anfangs vor allem ungesunde Nahrungsmittel: Instantgemüsebrühe und Müsliriegel zum Beispiel. Auf diese Weise bin ich dazu gekommen, viel mehr selbst und gesünder zu kochen und backen – was wiederum auch meine Mitmenschen freut.

Und was mir in dem Kontext besonders wichtig ist: Ab und an kleine Ausnahmen zu machen, verbietet dir niemand. Wenn jeder von uns zunächst nur einen, zwei oder drei Schritte in Richtung nachhaltigerer Konsum geht, ist schon viel gewonnen. Die übrigen folgen meiner Erfahrung nach irgendwann von ganz allein.

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Die Vision von Zero Waste Your Life

Zero Waste – was ist das? Zero Waste bedeutet, möglichst wenig Müll zu produzieren, indem du bewusst einkaufst und konsumierst. Auf diese Weise können Ressourcen und somit die Umwelt geschont werden.

Ich selbst habe vor drei Jahren begonnen, nach und nach meine Gewohnheiten zu ändern – vom Einkaufen bis zur täglichen Hygiene im Bad. Auf diese Weise konnte ich meinen Plastik- und Restmüll seitdem von mehreren vollen Säcken pro Woche auf einen kleinen Beutel pro Quartal – plus kompostierbarer Bioabfälle – reduzieren.

Was zunächst vielleicht banal klingt, kann global gesehen einen großen Impact haben, wenn genug Menschen mitziehen.

Achtsamkeit und Freude

Durch meine Transition zu Zero Waste bin ich aufmerksamer und achtsamer im Alltag geworden: Was kaufe ich? Wofür investiere ich Geld? Wie nutze ich meine Zeit? Mir macht es so viel Spaß, mich mit diesem Thema zu beschäftigen, dass ich meine Gedanken dazu und meine Vision gern mit der Welt teilen möchte.

Ich möchte dich mitnehmen und begleiten auf eine Reise einem achtsamen, nachhaltigen und erfüllten Leben. Ich gebe dir Tipps und Wegweiser an die Hand, wie auch du mehr Fülle und Freude in deinen Alltag bringen – und dabei die Welt Stück für Stück ein bisschen besser machen kannst.

Nimm’s leicht

Wichtig ist mir, bei all meinem Engagement zu betonen:
Es gibt nicht den einen „richtigen“ Weg zu einem nachhaltigen Leben oder zum Zero Waste Lifestyle.

Jede*r von uns hat andere Ausgangsvoraussetzungen. Wir haben andere zeitliche und finanzielle Ressourcen. Wir leben in unterschiedlichen Settings. Wir setzen unterschiedliche Prioritäten in Bezug auf unsere Konsum- und Lebensentscheidungen.

Es gibt unendlich viele Ansatzpunkte, um das eigene Leben nachhaltiger und achtsamer zu gestalten. Was für den einen fantastisch funktioniert, fühlt sich für die andere vielleicht weniger gut an.

Jeder scheinbar noch so kleine Beitrag, den ein einzelner Mensch leistet, ist wertvoll. Wichtig ist, dass sich der Lebenswandel für die*den Einzelne*n gut anfühlt und dass der Weg Spaß macht. Nur, wenn wir Freude an der Veränderung erleben, können wir sie nachhaltig implementieren. Wer sich Dauer-Verzichtsmodus  befindet, ist auf kurz oder lang gefrustet. Wer sich für jeden „Fehler“ selbst fertig macht, verliert die Freude am Tun.

Darum lade ich dich ein:

Mach dich mit mir auf den Weg und zelebriere die Reise. Sei stolz auf jeden einzelnen Schritt in Richtung eines nachhaltigen, umweltfreundlicheren und achtsamen Lebens, den du gehst. Sei nicht so streng mit dir. Feiere deine Erfolge. Wertschätze das Engagement und die Bemühungen deiner Mitmenschen, seien sie in deinen Augen auch noch so klein. Unterstützt einander! Spread the love and spread the Joy!

„Viele kleine Menschen an vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, können das Gesicht der Welt verändern.“ Afrikanisches Sprichwort.

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